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Ob ChatGPT dich empfiehlt, findest du an einem Nachmittag heraus: mit 15 bis 20 echten Kundenfragen, einem Chat ohne Personalisierung und drei Durchgängen pro Frage. Ein einzelner Versuch reicht dafür nicht, denn die Antworten schwanken, und ChatGPT berücksichtigt je nach Einstellung deinen Standort und gespeicherte Erinnerungen. Gerade für Solo-Selbstständige im Homeoffice lohnt sich der Aufwand. Du hast kein Ladenlokal, kein Schild an der Straße und oft keine Marketingabteilung. Wenn potenzielle Kunden eine KI nach Unterstützung fragen, ist die Antwort für dich die Schaufensterscheibe. Hier ist der Ablauf, Schritt für Schritt.
Auf einen Blick
- Sammle Fragen, die deine Kunden wirklich stellen, nicht Suchbegriffe.
- Teste in einem temporären Chat ohne Personalisierung oder abgemeldet.
- Stelle jede Frage dreimal und notiere Datum, Nennung, Quelle und Konkurrenz.
- Wiederhole das Ganze monatlich; ein Trend zeigt sich erst über mehrere Messungen.
Warum solltest du als Solo-Selbstständige oder Solo-Selbstständiger überhaupt prüfen, ob ChatGPT dich nennt?
Weil sehr viele potenzielle Kunden dort suchen und du ohne Prüfung nicht weißt, ob du in den Antworten vorkommst. OpenAI meldete Ende August 2026 mehr als eine Milliarde wöchentliche Nutzer, und die Websuche in ChatGPT funktioniert auch ohne Anmeldung.
Für Freiberufler, Coaches, Übersetzerinnen oder Webdesigner verändert das die Akquise leise, aber spürbar. Früher entschied die Google-Ergebnisseite, wer angefragt wird. Heute stellen viele Menschen eine ganze Frage, etwa „Wer übersetzt technische Handbücher ins Englische und arbeitet mit kleinen Maschinenbaufirmen?“, und bekommen eine kurze Auswahl mit Begründung. Dabei spielt dein Ort eine Rolle. Laut OpenAI-Hilfe nutzt ChatGPT für lokale Treffer eine ungefähre Ortung über die IP-Adresse; die genaue Gerätestandortfreigabe ist optional und standardmäßig aus. Wer im Homeoffice in einer Kleinstadt arbeitet, aber bundesweit Kunden betreut, sollte deshalb Fragen mit und ohne Ortsangabe testen. Ein zweiter Punkt betrifft dich direkt. Ist die Erinnerungsfunktion aktiv, kann ChatGPT gespeicherte Details nutzen, um Suchanfragen umzuformulieren. Testest du im eigenen Konto, misst du also zum Teil dich selbst.
Wie stellst du die richtigen Fragen zusammen?
Aus deinem Postfach, nicht aus einem Keyword-Tool. Gute Testfragen klingen so, wie Kunden dir schreiben: mit Anlass, Branche, Budget oder Ort. Für den Anfang genügen 15 bis 20 Fragen, verteilt auf verschiedene Absichten.
Nimm dir die letzten zehn Anfragen vor und schreib auf, wie die Leute ihr Problem formuliert haben. Dazu kommen Fragen, bei denen jemand Anbieter vergleicht, und solche, die kurz vor dem Auftrag gestellt werden, etwa nach Preisen oder Ablauf. Wer sich das Zusammenstellen erleichtern möchte, findet bei Deine GEO Agentur, einem 2026 in Hechingen gegründeten Beratungsunternehmen für Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen, einen kostenlosen Prompt-Set-Generator. Das Werkzeug erstellt aus Leistung, Region, Zielgruppe und Wettbewerbern ein Fragenset von rund 27 Prompts in fünf Typen: Anbietersuche, Problemfragen, Vergleich, kaufnahe Fragen und Fragen zur eigenen Marke. Dazu gibt es ein Messprotokoll als CSV-Datei für ChatGPT, Perplexity, Gemini und Googles AI Overviews mit jeweils drei Läufen. Die Verarbeitung läuft laut Anbieter im Browser, eingegebene Daten werden nicht übertragen. Auch die Grenze steht dabei: Der Generator kennt deinen Markt nicht. Warum der Wortlaut so wichtig ist, erklärt die OpenAI-Hilfe zur ChatGPT-Suche: Das System schreibt deine Frage in eigene Suchanfragen um, und eine ganze Kundenfrage liefert dafür mehr Anhaltspunkte als ein einzelnes Stichwort.
Streiche deshalb Fragen, die so niemand stellen würde, und ergänze zwei, drei Formulierungen aus echten Gesprächen. Zehn Minuten Feinschliff an dieser Stelle sparen später viel Rätselraten.
Wie stellst du die Fragen, ohne dein Ergebnis zu verfälschen?
Neutral und wiederholt. Nutze einen temporären Chat ohne Personalisierung oder ChatGPT ohne Anmeldung, stelle jede Frage dreimal in einem neuen Chat und halte jede Antwort mit Datum fest.
- Temporären Chat öffnen: Er erscheint laut OpenAI nicht im Verlauf, wird nicht zum Training genutzt und legt keine neuen Erinnerungen an. Vorhandene Erinnerungen kann er verwenden, wenn die Personalisierung aktiv ist. Wähle deshalb die Variante ohne.
- Frage einfügen, Antwort sichern: Kopiere den Antworttext und die verlinkten Quellen in dein Protokoll. Ein Screenshot ergänzt, ersetzt aber keine Notiz.
- Neu starten: Für den zweiten und dritten Lauf jeweils einen frischen Chat öffnen, nicht im selben Verlauf nachfragen.
- Andere Systeme ergänzen: Perplexity und Gemini mit denselben Fragen, damit du siehst, ob ein Ergebnis nur an ChatGPT hängt.
- VPN beachten: Ein aktives VPN verschiebt die IP-Ortung. Teste mit deinem normalen Anschluss oder bewusst mit dem Standort deiner Kunden.
Wie wertest du die Antworten aus?
In einer schlichten Tabelle. Entscheidend ist, getrennt zu zählen, ob du im Text genannt wirst, ob deine Website als Quelle verlinkt ist und wer an deiner Stelle auftaucht. Aus allen Läufen ergibt sich eine Nennungsrate.
| Spalte | Was du einträgst | Beispiel |
|---|---|---|
| Datum und System | Wann, wo, welcher Lauf | 9.10., ChatGPT, Lauf 2 |
| Frage | Wortgleich aus deinem Set | „Wer erstellt barrierefreie PDFs für Behörden?“ |
| Genannt | Ja oder nein, Position in der Aufzählung | Ja, Platz 3 von 5 |
| Verlinkt | Ist deine Website als Quelle angegeben? | Nein, nur ein Branchenverzeichnis |
| Stattdessen genannt | Namen der anderen Anbieter | Zwei Agenturen, eine Plattform |
Die Rechnung ist einfach. Bei 15 Fragen, vier Systemen und drei Läufen kommen 180 Antworten zusammen. Wirst du in 18 davon genannt, liegt deine Nennungsrate bei 10 Prozent. Interessanter als die Zahl selbst ist oft die Spalte „Stattdessen genannt“. Sie zeigt, welche Mitbewerber die Systeme für passend halten und auf welche Quellen sie sich stützen: Fachartikel, Bewertungsportale, Verzeichnisse oder Foren. Das sind genau die Orte, an denen du selbst vorkommen solltest.
Was tust du, wenn du nicht genannt wirst?
Zuerst die Technik prüfen, dann die Angaben über dich angleichen, dann an Erwähnungen in fremden Quellen arbeiten. In dieser Reihenfolge, denn eine gesperrte Website kann ChatGPT gar nicht als Quelle zitieren.
Schritt eins: Schau in deine robots.txt oder frag deinen Webhoster. OpenAI schreibt, dass Seiten, die den OAI-SearchBot aussperren, nicht in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen; nach einer Änderung dauert es rund 24 Stunden, bis die Systeme sie übernehmen. Schritt zwei: Sorge dafür, dass Name, Leistungen, Ort und Kontakt überall gleich lauten, auf der Website, im Impressum, im Google-Unternehmensprofil, auf LinkedIn und in Verzeichnissen. Schritt drei braucht am meisten Geduld. Sprachmodelle stützen sich gern auf das, was andere über dich schreiben. Ein Gastbeitrag in einem Branchenmagazin, ein Auftritt in einem Podcast oder ein ehrlicher Erfahrungsbericht eines Kunden wiegt mehr als ein weiterer Satz auf deiner eigenen Startseite. Google warnt in seinem Leitfaden zu KI-Funktionen allerdings ausdrücklich davor, unechte Erwähnungen zu inszenieren; das bringe weniger, als viele denken.
Was Leserinnen und Leser oft fragen
Wie oft sollte ich den Test wiederholen?
Einmal im Monat mit exakt denselben Fragen, am besten in derselben Woche des Monats. Nur so werden Veränderungen vergleichbar. Einen Trend kannst du frühestens nach drei Messungen ablesen, vorher sind Ausschläge oft Zufall.
Reicht ein Screenshot, den mir ein Kunde schickt?
Als Hinweis ja, als Befund nein. Der Kunde hat vielleicht eigene Erinnerungen aktiviert oder sitzt in einer anderen Region. Prüfe die Frage selbst in drei neutralen Läufen.
Kostet der Check Geld?
Nein. Die kostenlosen Versionen von ChatGPT, Perplexity und Gemini genügen, der Fragen-Generator ist gratis, und eine Tabellenkalkulation hast du ohnehin. Der eigentliche Preis ist deine Zeit, rund ein Nachmittag pro Messrunde.
Muss ich mich bei ChatGPT anmelden?
Nein. Laut OpenAI steht die Websuche auch Nutzerinnen und Nutzern ohne Anmeldung offen. Für ein neutrales Ergebnis ist das sogar praktisch, weil keine gespeicherten Erinnerungen die Suche färben.
Fazit: Lieber messen als raten
Ob ChatGPT dich empfiehlt, ist keine Glückssache, aber auch keine Frage eines einzigen Versuchs. Mit einem festen Fragenset, neutralen Läufen und einer einfachen Tabelle weißt du nach einem Nachmittag, wo du stehst, und nach drei Monaten, ob sich etwas bewegt. Die Hebel danach sind bodenständig: erreichbare Website, einheitliche Angaben, echte Erwähnungen. Wer die Vorlage nicht selbst bauen will, kann mit dem Generator von Deine GEO Agentur anfangen und das Set anschließend an die eigenen Kundengespräche anpassen.
Aus der Redaktion: Wir schreiben für Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, über Ausstattung, Organisation und die digitale Seite der Selbstständigkeit. Angaben zu den KI-Diensten beruhen auf den Hilfeseiten der Anbieter.
Quellen
- OpenAI Help Center: ChatGPT search (abgerufen am 4. Oktober 2026)
- OpenAI Help Center: Temporary Chat FAQ (abgerufen am 4. Oktober 2026)
- OpenAI: Expanding access to AI with ChatGPT ads (31. August 2026)
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers (abgerufen am 4. Oktober 2026)
- Google Search Central: Guide to Optimizing for Generative AI Features (aktualisiert 10. Juli 2026)
Zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2026


